Astronomy page dedicated to new planets of the solar system
Mein astronomischer Schwerpunkt: Entdeckungen im Sonnensystem
Heute interessieren mich an der Astronomie vor allem die Entdeckungen innerhalb und am Rande unseres Sonnensystems, was aber nicht heißt, dass mich Beweise für tatsächlich existierende schwarze Löcher oder Planeten in ANDEREN Sonnensystemen und dergleichen langweilen. Bei den Entdeckungen in unserem Sonnensystem meine ich hier vor allem besonders die seit dem Jahre 1992 rapide angestiegenen sensationellen Sichtungen von "Klein-"planeten in der Region zwischen Jupiter und Neptun, im Bereich Neptuns und Plutos, sowie auch außerhalb der beiden! Diese Entdeckungen stellen eine Herausforderung für die Astrologie und natürlich auch Astronomie dar, weshalb ich mich in den letzten Jahren der Mitverfolgung dieser Entwicklung und astrologischen Erforschung wenigstens eines kleinen Teils dieser neuen Kleinplaneten verschrieben habe - mein erstes Astrologiebuch "Pholus - Wandler zwischen Saturn und Neptun" (das auch ausführliche Astronomiekapitel enthält. Koautor: Dieter Koch) und einige Artikel geben diesbezüglich bescheidene Beispiele dafür ab. In diesem Zusammenhang war es auch nötig, dass ich mich intensiv mit Ephemeridenrechnung und -programmierung beschäftigte, um das vorher nicht vorhandene astrologische Arbeitsmaterial (eben z. B. die Ephemeriden) selbst erstellen zu können. Ich habe Kontakt zu führenden Astronomen und Astrophysikern aufgenommen, die mit diesen Entdeckungen in enger Beziehung stehen (z. B. Dr. Brian Marsden, Leiter des Minor Planet Center) oder zu den Entdeckern zählen, um Näheres über unveröffentlichte Erkenntnisse zu einigen neuen Planeten in Erfahrung zu bringen.
Infos zu neuen Planeten: TNOs, UMPs und Kentauren
TNOs sind sogenannte transneptunische und
transplutonische Objekte. Dies sind die seit 1992 gefundenen
Kleinplaneten (Größen zwischen 150 und 800 km) im sogenannten Kuipergürtel,
der jenseits der Neptun- und Plutobahn beginnt und sich weit
hinaus erstrecken soll. Diese neuen Planeten ähneln kleinen
Plutos, d.h. sie sind Eiszwerge. Momentan unterscheidet man vor
allem zwei Gruppen: die sogenannten Plutinos, die wie Pluto in
einer 3:2-Bahnresonanz zur Neptunbahn stehen, was auf stabile
Bahnen schließen läßt. Manche stehen auch in anderen
Resonanzverhältnissen (z. B. 4:3) zur Neptunbahn. Auch die
Umlaufszeiten gleichen bei dieser Gruppe sehr der Plutoperiode
von 249 Jahren. Ihre Bahnexzentrizitäten sind wesentlich größer,
als die der zweiten Gruppe: der sogenannten Cubewanos (eine
englische Verballhornung des 1. Kuipergürtel-Planeten oder
"Kuiperoiden" 1992 QB1). Die Cubewanos halten einen großen
Abstand zur Neptunbahn (sind deshalb noch stabiler), manche von
ihnen (wie z. B. 1994 ES2) überqueren nicht einmal mehr die
Plutobahn nach innen, sind also dann echte Transplutonier. Ihre
Perioden sind dementsprechend größer, meistens um die 300 Jahre.
Ein Sonderfall bildet 1996 TL66: er läuft bei 786 Jahren Umlaufszeit auf
einer sehr exzentrischen Bahn weit über die Plutobahn hinaus, außerdem
gehört er mit 500 km Durchmesser auch zu den größten TNOs. Zur
Zeit sind über 100 TNOs bekannt. Weitaus mehr werden noch in den
Weiten des kalten, dunklen transneptunischen Raumes erwartet. Da
viele dieser TNO-Bahnen wegen der extrem langsamen Bewegung und
des erst kurzen Beobachtungszeitraumes noch nicht ausreichend
genau bestimmt werden können, hat man sie bis jetzt noch nicht
benannt. Sie tragen alle noch ihre ursprüngliche provisorische
Bezeichnung (Buchstaben-Zahlen-Jahreszahl-Kürzel).
Zum Thema Kuiper-Gürtel gibt es einen neuen einführenden Artikel in der aktuellen Ausgabe von
Astronomie Heute, Leseprobe: Die 3. Zone - Entdeckungen im Kuiper-Gürtel
.
UMPs sind Unusual Minor Planets, d.h. ungewöhnliche Kleinplaneten weiter innerhalb des Sonnensystems, als die TNOs. Viele laufen auf sehr eigenwilligen und exzentrischen (oder stark geneigten) Bahnen, wegen denen sie nicht zu den üblichen Asteroiden (z. B. Ceres, Pallas, Juno, Vesta etc.) des Asteroidengürtels zwischen Mars und Jupiter zählen. Z. B. läuft 5335 Damocles zwischen der Mars und Uranusbahn in 41 Jahren und um über 60° geneigt. Ungefähr 200 Kleinplaneten zählen zu dieser bunt zusammengewürfelten, uneinheitlichen Gruppe. Einige UMPs sind schon seit Jahrzehnten bekannt (also eigentlich nicht "neu" wie z. B. 433 Eros), aber unter ihnen sind auch viele neu entdeckte und zum Teil noch unbenannte Asteroiden/Kleinplaneten.
Kentauren sind eine kleine Gruppe von ehemaligen Mitgliedern des Kuipergürtels und der TNOs, die vor langer Zeit aus dem Kuipergürtel "geflohen" sind, d.h. wahrscheinlich durch die Anziehungskraft Neptuns in das innere des Sonnensystems umgelenkt wurden. Da diese recht unterschiedlichen und exzentrischen Kentaurenbahnen oft gleich mehrere Hauptplanetenbahnen überkreuzen und viele von ihnen in die Nähe Saturns kommen, werden ihre Bahnen in unregelmäßigen Perioden gestört. Deshalb sind ihre Bahnen auf lange Sicht nicht stabil, man spricht von sogenannten chaotischen (d.h. schwer vorhersehbar) Bahnen. Fünf der Kentauren (Chiron, Pholus, Nessus, Asbolus und Chariklo) sind bereits benannt, die anderen tragen noch ihre provisorischen Kürzel: 1994 TA, 1995 DW2, 1998 SG35, 1998 QM107 und mehr (siehe unten). Chiron ist unter ihnen der ungewöhnlichste, da er als einziger unter den Kentauren ein Riesenkomet ist, dessen Aktivität aufgrund seiner großen Sonnenentfernung unterschiedlich zu denen herkömmlicher Kometen sein muss (er ist außerdem für gewöhnliche Kometen wie z.B. Halley viel zu groß). Kentauren lassen sich weder zu den Asteroiden, noch eindeutig zu den Kometen zählen, weshalb die Analogie der Namen zu den Pferde-Mensch-Mischwesen der griechischen Mythologie passend ist.
- 1997 UB = 2060 Chiron/95P Chiron
- 1992 AD = 5145 Pholus (mit Entdeckungsfoto/with discovery image!)
- 1993 HA2 = 7066 Nessus (der Namensvorschlag stammte von drei Astrologen u.a. auch von mir)
- 1994 TA
- 1995 DW2 = 10370 Hylonome
- 1995 GO = 8405 Asbolus (der Namensvorschlag stammte von Astrologen u.a. auch von mir)
- 1997 CU26 = 10199 Chariklo (der Namensvorschlag stammte von Astrologen u.a. auch von mir)
- 1998 SG35
- 1998 QM107
- 1999 HD12
- 1995 SN55
- 1998 TF35
- 1999 JV127
- 1998 BU48
- 1999 OX3
- 1999 UG5
- 1999 XX143
Literatur zu den neuen Planeten (Auswahl)
Meine früheren Astronomie-Artikel bei FOCUS Online (jetzt Teil der Tomorrow Focus AG)
Von April '99 bis Mitte 2001 schrieb ich als
freiberuflicher Redakteur für FOCUS Online kurze Artikel zu News aus der Astronomie,
die auf der Astronomieseite von FOCUS Online erschienen. Einige Stories
enthielten auch von mir erstellte Multimedia-Animationen (QuickTime).
Geschichte der hypothetischen
Planeten/
History of the hypothetical planets
Im Laufe der Jahrhunderte gab es zahlreiche Spekulationen von Astronomen über noch unentdeckte Mitglieder des Sonnensystems. So wurden z. B. Monde des Merkur, der Venus und sogar ein zweiter Mond der Erde vermutet und teilweise sogar angeblich beobachtet. Aber auch über Planeten innerhalb der Merkurbahn ("Vulkan") oder außerhalb der Neptunbahn ("Planet X") wurde jahrzehntelang spekuliert. Viele dieser Vermutungen stellten sich als falsch oder Fehlinterpretationen heraus, manche von ihnen führten aber auch zu bedeutungsvollen Entdeckungen, so zum Beispiel der Entdeckung Plutos im Jahre 1930 oder der Entdeckung der beiden Marsmonde Phobos und Deimos. Der schwedische Amateurastronom Paul Schlyter hat auf seiner interessanten Astronomieseite (schwedisch und englisch) im Anhang eine hervorragende Zusammenfassung in englisch über die spannende Geschichte der hypothetischen Planeten verfasst, die hier mit seiner freundlichen Genehmigung im englischen Original zu lesen ist, wie auch in meiner Übersetzung ins Deutsche.
Hier finden Sie meine vollständige Übersetzung des 17-seitigen englischen Artikels:
Through the centuries many astronomers speculated about several hypothetical planets, moons and other members of our solar system. They suggested moons of Mercury, Venus and even Earth or thought about an intra-mercurial planet "Vulcan" or extra-neptunian "Planet X". Many of this hypothetical objects turned out to exist only in the imagination of the astronomer, not in reality. But some of this theories led to important discoveries in our solar system, for example the discovery of the two moons of Mars, Phobos and Deimos, or the planet Pluto at the border of our solar system.
The Swedish amateur astronomer Paul Schlyter published at his homepage (Swedish and English) his interesting article about the history of hypothetical planets, which I have translated into German.
Click at this link to read his article (uploaded with kind permission of the author):
3D-Orbit-Viewer
Mit diesem Java-Applet kann man
eine Asteroiden-, Kentauren-, SDO-, Kometen- und TNO-Bahn aus einer riesigen Datenbank
von aktuellen Bahnelementen auswählen und in 3D anzeigen lassen.
With this java-applet you can browse through a huge database of several thousand actual osculating
elements for asteroids, Centaurs, TNOs, Comets, SDOs and more to view one specific orbit in 3D.