Schwerpunkt II: Neue Planeten/New Planets

Im Jahre 1992 gelang den Astronomen dank verbesserten Beobachtungstechniken ein sensationeller Durchbruch: am 30. August spürten sie den ersten Kleinplaneten auf, der in noch weiterer Ferne die Sonne umkreist als der bislang sonnenfernste Planet Pluto. Er erhielt die provisorische Bezeichnung "1992 QB1" und wurde ausgerechnet am Frühlingspunkt und Beginn des Tierkreises auf 0° Widder, seinem "Pionier"punkt, entdeckt. Schon im März 1993 kam der nächste Transplutonier "1993 FW" hinzu, der in der Waage, auf der gegenüberliegenden Seite des Tierkreises gefunden wurde. Mittlerweile sind über 100 "Eiszwerge" verschiedener Größen (zwischen 100 und 700 km Durchmesser) entdeckt worden, die ihre unterschiedlichen Bahnen in den kalten und dunklen Regionen jenseits Neptuns (Plutinos/Transneptunier) und Plutos (Cubewanos/Transplutonier) ziehen. Sie geben zum ersten Mal konkrete Hinweise auf die Existenz eines transneptunischen Kleinplanetenringes, der wahrscheinlich wie ein riesiger Gürtel das ganze Sonnensystem umspannt und unter anderem auch ein Quelle für kurzperiodische Kometen ist. Die Astronomen nennen diesen riesigen Ring Kuipergürtel, denn der niederländisch-amerikanische Astronom Gerard Kuiper (7.12.1905-23.12.1973) sagte ein derartiges Kometenreservoir bereits in den 40er/50er-Jahren voraus. Es wird vermutet, daß im Kuipergürtel Abertausende von kometenähnlichen Kleinplaneten existieren, welche bei der Entstehung des Sonnensystems als Restmaterie, sog. Planetesimale, übrig geblieben sind. Einige Astronomen bezeichnen diese neuen Kleinplaneten scherzhaft auch "Kuiperoiden". Tatsächlich zeichnet sich mittlerweile ab, dass sie mit den Asteroiden im Innern des Sonnensystem nichts gemein haben und in verschiedene Untergruppen aufgeteilt werden können, z.B. je nach Bahnlage (3:2-Resonanzen zu Neptun mit plutoähnlicher Umlaufszeit = Plutinos; Cubewanos sind Transplutonier, die dem ersten von ihnen "1992 QB1" ähnlich sind etc.) und Umlaufperiode. Diese und andere revolutionäre Entdeckungen (siehe Schwerpunkt II) haben in der Astronomie eine neue Epoche der Erforschung des äusseren Sonnensystems eingeleitet. Nicht nur der Astronomie, sondern auch der Astrologie öffnen sich dadurch neue faszinierende Horizonte und Forschungsgebiete.

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